Wildes Begehren: Frauen sind viel gieriger auf Sex als Männer

 Frauen suchen den Partner fürs Leben, Männer sexuelle Abenteuer – so die gängige These der Evolutionsbiologie. Doch sie stimmt gar nicht, wie Forscher jetzt herausfanden: In Frauen schlummert eine wilde Lust, und sie eignen sich noch viel weniger für Monogamie als Männer.

Weibliche Sexualität entspricht nicht den Vorgaben konventioneller Rollenmuster. Gängige Thesen der Wissenschaft, denen zufolge Frauen zu Treue und Männer zu Promiskuität neigen, treffen nach FOCUS-Informationen nicht zu. Neue Studien der Sexualforschung legen vielmehr nahe, dass das weibliche Begehren wilder und vielseitiger ist als bisher angenommen. Entgegen sozialer Normen scheinen Frauen sich noch weniger für Monogamie zu eignen als Männer.

Der neue FOCUS befasst sich mit dem Thema Lust. In der Titelgeschichte entschlüsseln Sex-Forscher, was Frauen und Männer wirklich wollen. Die neuen Erkenntnisse zur Sexualität der Frau hat der amerikanische Autor Daniel Bergner zu einem erscheinenden Buch zusammengetragen („Die versteckte Lust der Frauen“, Knaus Verlag), in dem er gängige Erklärungen der Evolutionsbiologie widerlegt. „Das Bild von der Frau, die ihre Sexualität lediglich dafür einsetzt, einen Partner fürs Leben zu finden, ist falsch“, schließt Bergner. Er stützt sich auf Studien auf Grundlage von Pornografie und geschickt durchgeführten Umfragen, in denen es Forschern gelang, das wahre Verlangen der Frauen aufzudecken. Beobachtungen im Tierreich stützen seine Thesen. Weibliche Affen zum Beispiel sind die Anführer im Sexualleben und suchen aktiv nach sexueller Abwechslung.

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„Die weibliche Libido ist ein Allesfresser“

Anders als Männer, so eine überraschende Entdeckung, sprechen Frauen auf viele Varianten von Pornografie an. Video-Clips mit Sequenzen von Heterosex, Homoerotik, Gruppensex, Masturbation und sogar kopulierenden Zwergschimpansen lösen Erregung in den Genitalien von lesbischen und heterosexuellen Frauen aus. „Die weibliche Libido ist ein Allesfresser“, sagt Bergner. Männer dagegen sind auf wenige Spielarten von Sex fixiert. Heterosexuelle Männer reagieren auf Pornos mit Heterosex, schwule Männer auf Homoerotik. Zwergschimpansen beim Liebesspiel lassen Männer kalt.

Allerdings bändigen soziale Normen die weibliche Lust auch heute noch. Studien belegen, dass Frauen anders als Männer ihre sexuelle Erregung oft nicht wahrnehmen oder bewusst leugnen. Bergner: „Unsere moderne Gesellschaft scheint sexuell extrem freizügig zu sein. Doch bei meinen Recherchen wurde mir klar, dass noch immer eine gewaltige Kluft zwischen dem, was Männer dürfen, und dem, was Frauen dürfen, existiert.“  Eine Folge seien die bei Frauen weit verbreiteten sexuellen Probleme. Die Suche nach einer Lustpille für die Frau läuft deshalb auf Hochtouren. Viel versprechend sind Präparate, die doppelt wirken: Sie lösen Erregung in den Genitalien aus und intensivieren die Lustwahrnehmung im Gehirn.

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