Warum Paare swingen

Mit Swing meine ich nicht etwa einen aus der Mode gekommenen Gesellschaftstanz. Es geht nach wie vor um das Thema Erotik auf diesen Seiten.

Es gibt Begriffe die einem eingehämmert werden wie Monogamie und ausgehandelte Monogamie. Doch währendessen entdecken immer mehr Paare den gemeinsamen Appetit auf sexuell Neues. Sex mit einem anderen Paar scheint das große Los zu sein. Nicht nur weil es etwa den Nervenkitzel fordert, sondern auch um die Partnerschaft zu binden und so einen weiteren Tag in der Beziehung rettet.

Der Begriff des Swingens ist kein neuzeitlicher. Bereits in den 70ern und weit davor war er bekannt. Einer größeren Beliebtheit aber kommt erst durch den Einzug des Internets. Heutzutage ist es für interessierte Paare leichter andere Paare zum gemeinsamen Sex zu finden. Durch Partnerbörsen oder spezielle Swing-Communities. „Damals“ gab es an einem Swinger-Club keinen Weg vorbei.

Wie immer, wenn es um etwas Sexuelles geht wo man selber von denkt, dass macht nicht jeder, schämt man sich es zuzugeben. Es gibt nicht viele Studien zum Thema Swingen und Wahrheit. Doch wird es so sein, dass selbst Menschen die sagen das sie swingen nicht interessiert, den geheimen Wunsch danach haben. Geht man nun von dieser Annahme aus, dass viele Menschen den Wunsch danach haben, wird eine Großzahl der deutschen Bevölkerung swingen. Vielleicht ja auch ihr Nachbar oder ein guter Freund?

Versucht man die Menschen und deren Verlange so gut es geht einzugrenzen, kommt man auf zwei verschiedene Typen in der Sexualität. Abenteuerlustige und die Gruppe derer, die nahezu zufrieden sind mit dem wie es ist. Das äußert sich in den verschiedenen Haltungen der Gruppe. Die Abenteuerlustigen verspüren ein „mehr, mehr, mehr“-Gefühl, während die andere einem mehr auch nicht abgeneigt ist. Doch denken sie weniger ist mehr. Das sollte dennoch kein Problem darstellen, wenn sich zwei Menschen eines gleichen Spektrums begegnen.

Bei zwei Menschen die mit dem zufrieden sind wie es ist, wird das Swingen nicht auf Platz 1 der Liste stehen, was sexuell noch ausprobiert werden muss. Wenngleich die Phantasie bestehen könnte. Exhibitionismus, Voyeursismus und das beobachten des eigenen Partners beim Sex mit einem anderen, sind gängige Phantasien. Wenn diese Phantasie von beiden geteilt wird, ist es oft so, dass die Phantasie real ausgelebt wird. Besonders dann, wenn ein Partner das Spektrum in Richtung abenteuerlustig auslegt.

Für Paare mit Appetit und dem passenden Magen in Sachen sexuellem Neuland, wird swingen dagegen keine große Sache sein. Vermutlich wird es gar die Treue und den Zusammenhalt in der Beziehung stärken. Es ist eben eine ausgelegte Monogamie. Paradoxerweiese und für viele nicht verständlich ist die Tatsache, dass Swinger-Paare gegenüber anderen Paaren klarere und stärkere Grenzen in der Sexualität gezogen haben.

Swingen kann aber auch ganz gewaltig in die Hose gehen. Vor allem dann, wenn man sich darauf geeinigt hat und es einen Partner in der Beziehung gibt, der einiges verschweigt. Zum Beispiel wenn ernsthaft geflirtet wird. So kann es sein, dass ein Partner etwas mehr Exklusivität verlangt als es der anderen Person gegenüber gebracht wird.

Für viele Paare ist das Swingen aber kein Ersatz für den Sex mit dem eigenen Partner. Es erweitert den Horizont und ist ganz unterschiedlich vom Sex mit dem Partner. So nutzen viele Paare den Partnertausch um der eigenen Sexualität wieder einen Anstoß zu geben oder um etwas eingefahrenes wieder mit neuem Schwung zu versorgen. Das Erlebte in die Beziehung einbringen und danach noch von zu zehren, stärkt so manche Bindung. Selbst wenn der Partnertausch nur ein- oder zweimal im Jahr stattfindet. Der Sex wird genossen, ebenso wie zu spüren, dass man noch für andere Menschen attraktiv ist.

Problematisch wird das Vermischen der beiden Spektren. Wenn ein Partner eher der ist, der mehr, mehr, mehr will und der andere eigentlich zufrieden ist, kann es zu einem großen Druckaufbau kommen. Meistens endet das in einer Katastrophe.

Ebenso sollte sich das Swingen in einer Beziehung entwickeln. Nicht damit beginnen. So kann es passieren, dass man den Partner zwar dazu bekommen hat einen Partnertausch zu versuchen, doch kann es anders werden als gewünscht. Vor allem dann wenn keine klaren Grenzen gesetzt wurden. Den eigenen Partner beim Sex mit einem anderen zu beobachten mag in Ordnung sein, doch was ist wenn geküsst wird? So kann es passieren, dass der Sex und die Erfahrung großartig waren, doch sich das Bild des Kusses negativ in das Gehirn brennt und alles andere überlagert.

Monogamie: Ein seltsames Konzept.

 

Quelle: sex-mister.de

One comment

  • Von NickNack69 - Kommentare

    Sehr schön geschrieben Rolf.
    Ich hab vor inzwischen über 10 Jahren eher durch einen Zufall den ersten Kontakt mit dem Thema käufliche ‚Liebe‘ und dabei auch mit Swinger-Clubs gehabt. Und es war gut so, denn nicht nur meine Einstellung zum Sex hat sich dadurch positiv verändert. Finde es ein wenig schade, dass nicht jeder so offen mit dem Thema umgehen kann. Es muss ja nicht gleich jeder ’swingen‘ aber einen toleranteren Umgang mit dem Thema und den Menschen die ’swingen‘ würde ich mir schon wünschen.

    Übrigens passend zum Thema ‚Swingen‘ gab es am 29. Okt. 2011 zwei Reportagen auf VOX. Es waren/sind: ‚Tempel der Lust – Das Geschäft mit der käuflichen Liebe‘ (noch bis 4.Nov 2011 online bei VOXnow täglich ab 20 Uhr zu sehen http://www.voxnow.de/die-samstags-dokumentation.php) und die Spiegel-TV Reportage ‚Sex in the City – Berlin zwischen Lust und Laster‘ (Wurde schon einmal ausgestrahlt, aber um einige neuen Beiträge erweitert)

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