Kommt jetzt Viagra für Frauen?

Kommt jetzt Viagra für Frauen?

Für die Männer die blaue, für die Frauen die rosa Pille – eh klar! Schon bald könnte „Flibanserin“ oder auch „Addyi“ auf den Markt kommen und Frauen von sexueller Unlust befreien.

Viagra, das Medikament, das Männern bei Potenzstörungen hilft, ist schon seit Jahren ein absoluter Verkaufshit. Und nun soll Ähnliches endlich für Frauen kommen: Ein Präparat mit dem Namen „Flibanserin“ soll zukünftig Frauen, die unter medizinisch begründeter Unlust leiden, helfen.

Denn laut Studien klagen bis zu 40 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens über mangelnde sexuelle Lust. Dies führt oftmals zu einer Belastung für Beziehungen, wobei psychotherapeutische Behandlungen meist kaum Erfolg aufweisen. Darüber hinaus sind 7 Prozent aller Frauen vor den Wechseljahren von einer Störung der Libido betroffen, die mit einer täglichen Einnahme der neuen rosa Pille jedoch behoben werden soll.

Schon lange forschte man auf diesem Gebiet, aber erst jetzt hat die US-Arzneibehörde FDA grünes Licht gegeben, um die Lustpille zuzulassen. Bevor diese jedoch tatsächlich käuflich zu erwerben ist, müssen noch einmal mögliche Nebenwirkungen erforscht werden. Dazu gehören Müdigkeit, niedriger Blutdruck sowie Schwindel- bis hin zu Ohmachtsanfälle.

Die positiven Effekte auf Testpersonen haben jedoch für die Mehrzahl der Sachverständigen der FDA überwogen. So beispielsweise die Aussage einer Frau, die meinte, das Medikament habe ihre Ehe gerettet.

Nicht nur, weil das Mittel ursprünglich ein Antidepressivum war, welches die Bildung des lusthemmenden Hormons Serotonin drosselt und die Konzentration der libidosteigernden Homone Dopamin und Noradrenalin im Blut ansteigen lässt. Vor Jahren vom deutschen Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim entwickelt, wurde das Projekt jedoch 2010 nach einem negativen FDA-Bericht aufgegeben und die Patente an die US-Firma Sprout Pharmaceuticals verkauft. Diese scheiterten 2013 ebenso vor der FDA mit der Zulassung, da die Arznei noch als unsicher galt.

Der Kampf um die Lustpille wird jedoch nicht nur auf medizinischer, sondern zusätzlich auf gesellschaftspolitischer Ebene ausgefochten. Aufgrund der Ablehungen durch die FDA meldeten sich Frauenrechtsgruppen zu Wort, die der Arzneibehörde Sexismus vorwarfen, da sie das ebenso von Nebenwirkungen behaftete Viagra und zahlreiche weitere Mittel gegen sexuelle Funktionsstörungen bei Männern zuließen, Ähnliches für Frauen allerdings nicht.
Andere widerum sind der Meinung, dass die Aktivistinnen von der Herstellerfirma missbraucht wurden, um ein unsicheres Medikamnt schneller auf den Markt zu bringen.

Quelle: woman.at

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